La Fiesta de la Virgen del Carmen

Letztens habe ich vom „Fruchtfest“ berichtet und dachte, es sei das größte, aber da habe ich mich geirrt, denn es folgte „La Fiesta de la Virgen del Carmen” vom 15.07.-18.07..

Hierbei handelt es sich um ein Fest zu Ehren der Jungfrau Maria, die in Jerusalem auf dem Berg Carmenelo in einem beigen Umhang erschienen ist. „Virgen del Carmen“ ist also die Abkürzung für „Virgen Maria del Monte Carmenelo“. Das Fest begann bereits eine Woche vor dem eigentlichen Festtag mit Gottesdienste an verschiedenen Orten im Dorf – im Krankenhaus, im Stadtgebäude, bei Privatpersonen und schließlich am letzten Abend in der Kirche. Am Sonntag fand abermals ein Motorradrennen durch das Dorf und Umgebung statt. Am Dienstag sollte das Fest dann mit einer „Serenata“ – Musik- und Tanzabend auf dem Hauptplatz – eingeleitet werden. Dieser fiel jedoch wortwörtlich ins Wasser und so begann die Feierlichkeit erst Mittwoch mit einem Umzug aller Institutionen des Dorfes. Der Umzug wurde von verschiedenen Tanz- und Musikgruppen begleitet. Die zwei ansässigen Schulen tanzten und spielten Tobas, Tinkus und Diablada. Pauline und ich haben die Wochen vorher fleißig Tobas geübt und sind so mit den Schülerinnen der Vorabiturklasse eingezogen. Am Abend folgte die ins wassergefallene Serenata vom Vortag.

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IMG_0828_3Der Donnerstag ähnelte dem Mittwoch, doch er begann mit dem Umzug der Bandas um 6 Uhr morgens und einer anschließenden Prozession durchs Dorf zur Ehren der Jungfrau Maria. Am Nachmittag folgte abermals ein Umzug der Tänzer. Halb erfroren, weil die Kleider doch sehr knapp sind und hier zumindest abends Winter ist, kam „meine“ Gruppe um 19 Uhr zum Tanzen und wir tanzten gut eine Stunde. Das hat mich wirklich an meine Grenzen gebracht, denn Tobas ist ein Folkloretanz, bei dem nur gesprungen wird. Für die meisten Tänzer war das Fest nun zu Ende und es gab ein gemeinsames Essen. Das Dorf und seine vielen Besucher feierten jedoch weiter und amüsierten sich abermals bis in die Morgenstunden bei Musik, reichlich Bier und Chicha (alkoholhaltiges Maisgetränk) auf dem Hauptplatz.

Der Freitag stellte für viele ein Highlight dar: Ein Stierkampf Dreißig Stiere wurden nach einander die Hauptstraße hoch gejagt, denn jeder Stier hatte ein Halsband mit Geld umgebunden, welches hieß abzumachen. Jeder Dorfbewohner oder Besucher, der wollte, konnte sein Glück versuchen und den Stier jagen und sich das Geld erobern. War der Stier jedoch am Ende der Hauptstraße angekommen und hat sein Halsband noch um, gehört das Geld dem Stierbesitzer.
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Stierkämpfer mit “Sicherheitszaun” im Hintergrund

 

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Stier mit Geldhalsband
Eine erlebnisreiche und interessante Woche ist so vergangen und der Schul- und Kindergartenbetrieb ist wieder im vollen Gange…bis das nächste Fest kommt 🙂

Liebe Grüße, Eure Kira